Sam440ep

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Mit dem Sam440ep präsentierte ACube Systems im Jahre 2006 ein neues PowerPC Mainboard im Mini-ITX Format. Unter dem Codenamen Samantha entwickelt, sollte es die eingestellten AmigaONE-Systeme von Eyetech ersetzen und so eine neue Plattform für AmigaOS 4 bereitstellen.

Das Herzstück ist ein PowerPC 440EP von Applied Mirco Circuits Corporation (kurz AMCC, AMC oder APM), einen in Lizenz gefertigten SoC (System on Chip) mit 533 oder 667 MHz Taktung. Für die visuelle Darstellung sorgt eine Radeon Mobility M9 mit 64 MB Speicher, einer so genannten Mobilversion der Radeon 9000 Serie von ATI (heute AMD). Ein Bildschirm kann über DVI oder S-Video direkt angeschlossen werden. Optional ist auch ein VGA-Anschluss vorgesehen. Sowohl der Prozessor als auch die verbaute Grafikkarte kommen ohne aktive Kühlung aus, was bei entsprechender weiterer Ausstattung ein absolut geräuschloses System bei minimaler Verlustleistung (ca. 15 Watt insgesamt) ermöglicht. Für das klangliche Wohl sorgt ein Cirrus Logic CS4281 Chip mit einem Realtek ALC655 Codec, der sogar eine 5.1-Kanal Ausgabe erlaubt. Über eine 3.5 mm Klinkenbuchse kann das Audiosignal abgegriffen werden.

Der Arbeitsspeicher kann auf bis zu 512 MB ausgebaut werden, der je nach Revision des Sam440ep entweder bereits auf dem Mainboard verlötet ist oder über einen Sockel mit einem DIMM100 DDR400 Speicherriegel ausgerüstet werden kann. Leider hat man es hier allerdings versäumt beide Optionen anzubieten und so den maximal möglichen Speicherausbau von 1 GB zu unterstützen. Für Massenspeicher und andere Laufwerke stehen intern insgesamt 4 SATA 1,5 Gbit/s Ports zur Verfügung, wovon aktuell jedoch nur von 2 Anschlüssen direkt das System gestartet werden kann.

Den Anschluß an die externe Welt erreicht das Sam440ep über eine Vielzahl an weiteren Schnittstellen. Für Netzwerke stehen so zwei 10/100 Mbit Ports zur Verfügung sowie zwei USB 2.0 Anschlüsse auf der Rückseite des Mainboards. Zwei weitere USB 2.0 Anschlüsse sowie ein einfacher USB 1.1 Anschluß befinden sich direkt auf dem Mainboard als Stiftleiste und können zusätzlich am Gehäuse entsprechend herausgeführt werden. Auch ein serieller Anschluss ist auf dem Mainboard nach außen geführt. Daneben befinden sich noch ein I2C, ein SPI/I2C und ein GPIO Anschluss mit auf dem Sam440ep.

Als Besonderheit bietet das Sam440ep einen frei programmierbaren LatticeXP FPGA, der jedoch trotz verfügbarer Programme bisher keinen Nutzen erbracht hat. Schade. Für Steckkarten, wie zum Beispiel Grafik- oder WLAN-Karten, steht noch ein PCI 2.2 Steckplatz mit 33 MHz dem Anwender zur Nutzung bereit. Wer gerne eine andere AMD Radeon oder eine RadeonHD Karte verwenden möchte, muss sich allerdings noch in Geduld üben, denn die aktuelle UBoot Version 1.3.1d hat noch Probleme damit. Gleiches gilt für WLan-Karten. An einer neuen Version wird zwar zur Zeit gearbeitet, einen genauen Veröffentlichungstermin gibt es jedoch laut Acube Systems nicht. Somit kann der PCI-Steckplatz aktuell immer noch nicht genutzt werden und hinterlässt einen negativen Beigeschmack.

Alles in allem ist das Sam440ep ein sehr gutes und kompaktes PowerPC Mainboard, das alles, was der Nutzer für AmigaOS 4 braucht, mitbringt. Die Preise bei Markteinführung lagen bei 459,- Euro für das 533 MHz Modell bzw. 489- Euro für das 667 MHz Modell. Als Gebrauchtpreise kann man heute etwa 250-300 Euro ansetzen, je nach Zustand und Ausstattung. Damit ist das Sam440ep der aktuell wohl günstigste und vielleicht auch schönste Einstieg in die Welt von AmigaOS 4.

Meine Wertung: checkmark_4

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