Turbokarte ACA1233n

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ACA1233nIndividual Computers präsentiert mit der ACA1233n eine neue Variante der bekannten Turbokartenreihe für den Commodore Amiga 1200 und löst damit die ACA1233 ab. Die Unterschiede sind in diesem Fall mehr im Detail zu suchen, so gibt es neben einer schnelleren Speicheranbindung und einem schnelleren Uhrenportanschluss auch nichts wirklich revolutionäres zu entdecken.

Ausstattung

Die Karte ist mit einem Motorola 68030 Prozessor mit 26,67 MHz oder 40 Mhz Taktung ausgestattet und verfügt über einen fest eingebauten Speicher mit 128 MB, der bequem über Autoconfig eingebunden wird. Davon sind 1 MB für die MapROM Funktion reserviert. Als besonderes Merkmal der ACA1233n kann diese per Software ganz oder nur teilweise abgeschaltet werden, um ältere Software weiterhin nutzen zu können. So können Beispielsweise nur der Prozessor abgeschaltet werden, sodass der Original Prozessor des Amiga 1200 mit 9 MB FastRam der ACA1233n genutzt werden. Ein weiterer Steckplatz für Uhrenportmodule, wie z.B. eine RapidRoad USB-Karte oder eine batteriegepufferte Echtzeituhr befindet sich ebenfalls auf der Karte, die Optional erworben werden können.

Leistung

ACA1233nDie Karte erreicht im Benchmark eine Transferrate von bis zu 28.8 MB/s (lesen) bzw.  57.4 MB/s (schreiben) ins FastRam und 6.4 MB/s (lesen) bzw. 7.1 MB/s (schreiben) ins ChipRam. Ein ermittelter Dhrystones-Wert mit SysInfo von 9203 Punkten bei 40 MHz macht die ACA1233n somit zu einer der schnellsten 68030-Karte für den Commodore Amiga 1200. Wie auch ihr Vorgänger kann die ACA1233n mit einer Fließkommaeinheit (FPU) erweitert werden, was der Kunde allerdings auf eigenes Risiko selbst in die Hand nehmen muss. Diese kann entweder Synchron mit dem Prozessor oder über einen separaten Quarz getaktet werden.

Uhrenport

Der Uhrenport auf der Karte kann nun erstmals für andere Erweiterungen als nur das Uhrenmodul genutzt werden und verspricht laut Hersteller einen Geschwindigkeitsgewinn von bis zu 55 % gegenüber dem Anschluss auf dem Amiga 1200 Mainboard. Leider ist jedoch die Handhabung in einem Original Desktopgehäuse eher ein schweißtreibender Akt und keine sehr elegante Lösung, möchte man daran eine RapidRoad USB-Karte anklemmen. Für Desktop-Nutzer somit nicht zu empfehlen, hier hätte man lieber den Anschluss auf die andere Seite der ACA1233n legen sollen.

In einem Praxistest* konnte ich eine Leistungssteigerung von bis zu 42% gegenüber dem Original Uhrenport erzielen. Nachfolgend die Ergebnisse beim kopieren einer 100 MB Datei von IDE nach USB und umgekehrt im Einzelnen:

Multicard Reader USB Stick
Amiga 1200 557 kb/s lesen 537 kb/s schreiben 552 kb/s lesen 505 kb/s schreiben
ACA1233n 762 kb/s lesen 722 kb/s schreiben 763 kb/s lesen 701 kb/s schreiben

 

Etwas mehr Durchsatz erhalten wir beim kopieren einer 100 MB Datei von RAM nach USB und umgekehrt, was aber in der Regel selten in der Praxis durchgeführt wird.

Multicard Reader USB Stick
Amiga 1200 667 kb/s lesen 603 kb/s schreiben 653 kb/s lesen 588 kb/s schreiben
ACA1233n 953 kb/s lesen 851 kb/s schreiben 935 kb/s lesen 829 kb/s schreiben

SysInfo ermittelt sogar einen Wert von 1.28 MB/s an der ACA1233n gegenüber 914 KB/s am internen Uhrenport des Amiga 1200 mit einem angeschlossenen USB Stick.

*Alle Tests erfolgten auf einem Amiga 1200 mit ACA1233n/40 MHz und Poseidon 4.5 unter AmigaOS 3.1 mit aktiviertem MapRom.

Software

Genau hier kommen wir nun zum bisweilen großen Schwachpunkt, denn die Software für die ACA1233n ist noch nicht ganz fertig und befindet sich gegenwärtig im Alpha-Status. So gibt es aktuell ein Tool zum aktivieren der MapRom-Funktion sowie ein Tool zur teilweisen Abschaltung, womit die Karte bis auf 9 MB FastRam komplett heruntergeregelt wird. Bleibt zu hoffen, das hier bald nachgebessert wird.

Fazit

Alles in allem stellt die ACA1233n wohl das Maximum dar, was man aus einem 68030 Prozessor derzeit noch herausholen kann und ist die beste Turbokarte der Mittelklasse. Lediglich ein Anschluss mit DMA für Massenspeicher, wie z.B. einer microSD-Karte vermisse ich noch sowie eine bessere Lösung für den Uhrenport in Verbindung mit einer RapidRoad USB-Karte, dann wäre die ACA1233n wohl perfekt. Bei einem aktuellen Preis von 159,90 Euro für die 26,67 MHz-Variante bzw. 239,90 Euro für die 40 MHz-Variante kann man eigentlich bis auf die wenigen Kritikpunkte soweit mit ruhigen Gewissen zugreifen.

Meine Wertung: checkmark_4

9 Antworten zu “Turbokarte ACA1233n”

  1. DaFreak sagt:

    Danke für den Testbericht! Es liest sich alles sehr realistisch und ist gut nachvollziehbar. 🙂

  2. Matthias sagt:

    Danke, ich hoffe es wurde nichts wichtiges vergessen. 😉

  3. Mirandor sagt:

    Hat die Karte autoconfig für das RAM oder muss dieses über ein spezielles Tool in der Startup-Sequence eingebunden werden?

  4. Matthias sagt:

    Ah ja, das geht alles über Autoconfig.

  5. Joachim sagt:

    Gab es nicht auch 68030er Turbokarten mit 50Mhz ?
    Hatte mal eine, wie hieß die noch ? Ach ja, Blizzard IV oder so.

  6. Matthias sagt:

    Ja es gab bereits 68030er Karten, wie z.B Blizzard, Apollo oder MTec. Die schnellste war bisher eine limitierte Version der ACA1233 mit 55 MHz.

  7. Andreas sagt:

    Die schnellste ACA war die ACA1230/56

  8. Thomas sagt:

    Hallo,
    ich die 40 MHz Karte wesentlich schneller als die 25Mhz Karte? Würde man den Unterschied beim spielen bemerken?
    LG

  9. Matthias sagt:

    Es gibt sicherlich einen Unterschied, aber ob man den wirklich merkt, wage ich zu bezweifeln. Bei alten Spielen ist das sowieso meist egal, die begnügen sich auch mit einem Standard A1200.

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