Als Commodore mit dem Amiga 1200 den Uhrenport einführte, hatte man damit eigentlich ganz anderes im Sinn. Ursprünglich lediglich gedacht für eine batteriegepufferte Echtzeituhr und einer 1 MB Chip-Ram Erweiterung. Commodore hatte nämlich im Kopf, den Amiga 1200 in einer Sparversion mit nur 1 MB Chip-Ram herauszubringen, wovon sie glücklicherweise nie gebrauch machten. Im Laufe der Jahre hatten andere Hersteller diese Schnittstelle für sich entdeckt und den Markt mit einer Reihe von sinnvollen Erweiterungen beglückt. Darunter hauptsächlich Soundkarten, Schnittstellenkarten und USB-Karten. Schnell wollte man mehrere dieser Erweiterungen in seinem Amiga 1200 nutzen, doch wer kein passendes Busboard oder Schnittstellenkarten mit weiteren Uhrenports besaß, dem blieb oft nur die Qual der Wahl. Auch ich wollte gerne neben der Melody-Soundkarte noch eine Subway USB-Karte in meinem Amiga 1200 Desktop nutzen, doch leider gab es nichts passendes am Markt, so dass ich hier wieder selbst etwas entwickeln musste.

Herausgekommen ist der weltweit erste gepufferte Clockport Expander mit 4 separaten Anschlüssen. Eine Anpassung der Treiber erübrigt sich hier oftmals, da viele neuere Erweiterungen diese zusätzlichen Ports bereits berücksichtigen. Port 0 ist dabei mit dem original Uhrenport kompatibel (Adresse $d80001), während sich die anderen Ports mit denen des Zorro-IV Boards decken (Adresse $d84001, $d88001 und $d8d001). Das Design des Clockport Expanders wurde dabei so gewählt, das er zum einen mit möglichst keiner anderen Erweiterung kollidiert und zum anderen bereits vorhandene Uhrenporterweiterungen unter nahezu optimalen Platzbedingungen selbst im original Gehäuse weiterverwendet werden können.

In nachfolgender Tabelle habe ich ausserdem noch eine Übersicht erstellt, welche verschiedene getestete Uhrenportgeräte und deren Funktion an den einzelnen Ports auflistet.

Gerät

Port 0

Port 1

Port 2

Port 3

Delfina Flipper checkyes checkyes checkyes checkyes
MP3@64 checkyes checkyes checkyes checkyes
Silver Surfer checkyes checkyes checkyes checkyes
Subway USB checkyes checkyes checkyes checkyes
RapidRoad USB checkyes checkyes checkyes checkyes
Melody 1200 checkyes checkno checkno checkno
Prelude 1200 checkyes checkno checkno checkno
VS1011 Card checkyes checkno checkno checkno

checkyes = funktioniert, checkno = nicht erkannt

Es sei noch anzumerken, das nicht alle funktionierenden Geräte in einem System auch miteinander harmonieren müssen. Auch kann der gleichzeitige Betrieb mehrerer Erweiterungen die Performance erheblich beeinflussen. Ich selbst konnte über mehrere Stunden MP3-Dateien von einer CompactFlash-Karte im USB-Cardreader an der Subway direkt über den DSP der Delfina mit dem Programm DelfMPEG ohne Probleme abspielen und nebenbei im Internet surfen oder Dateien per FTP übertragen.

Revisionen

Revision A
  • erste öffentliche Version
  • Anpassung an Indivision AGA Mk I
  • Revision B
  • Pufferung hinzugefügt
  • Pressestimmen

    “Wieder mal ein klasse Stück Hardware, was den Weg in die Redaktion gefunden hat. (…) die Erweiterung ist sehr sinnvoll und auch noch qualitativ sehr ausgereift.”