Amiga 32 in Neuss

 |   |  Kommentieren

Die Amiga 32 hat am 28. Oktober 2017 zum 30. Geburtstag des Commodore Amiga 500 nach Neuss geladen – und fasst alle sind sie dann auch gekommen. Ein ausverkauftes Haus mit 520 verteilten Karten und weiteren 150 Anfragen sprechen für einen klaren Erfolg der Veranstaltung. Und dabei gab es auch noch eine ganze Menge zu sehen und zu erleben.

A-Eon Technology zeigte am Stand die aktuelle PowerPC-basierende AmigaOne-Serie X1000, X5000 sowie den kommenden A1222 mit Tabor-Board, auf dem eine aktuelle Beta-Version von AmigaOS 4.1 zu sehen war und ausprobiert werden durfte. Diese machte bereits einen sehr stabilen Eindruck, lediglich Sound- und Netzwerktreiber fehlen noch, dann könnte der Verkauf starten, so Trevor Dickinson, Geschäftsführer von A-Eon Technology. Allerdings wird man das diesjährige Weihnachtsgeschäft wohl nicht mehr einhalten können. Mit A.L.I.C.E. konnte vor Ort auch ein PC-Laptop mit installiertem Amiga Emulator erstanden werden. Zu guter letzt konnte man auch noch einen Einblick auf die kommende Enhancer Version 2.0 erhaschen, wo mit den überarbeiteten Grafikkarten-Treibern erstmals der volle Grafikspeicher genutzt werden kann.

Auch Hyperion Entertainment zeigte eine aktuelle Beta-Version von AmigaOS 4.1 auf einem Tabor-Board von A-Eon Technology am eigenen Stand und man konnte etwas unspektakulär auf einem Amiga 4000 eine Weiterentwicklung (mit hauptsächlich Fehlerbereinigungen) von AmigaOS 3.1 bewundern auf dem auch eine aktuelle Demo von IBrowse 2.5 installiert war. Wann beides jedoch in den Handel gelangen wird konnte vor Ort noch nicht genauer gesagt werden.

Den sicherlich größten und aufregendsten – oder zumindest lautesten – Stand hatte wohl das Apollo Team rund um die Vampire FPGA Beschleunigerkarten aufgebaut. Gleich auf 5 Amiga 500 bzw. Amgia 600 Rechnern wurden die aktuellen Vampire V2 Karten vorgeführt. Egal ob Musikvideos in 640×360 Pixeln auf dem Amiga 500, eine Macintosh-Emulation oder gar eine Atari FreeMiNT Installation auf einem Amiga 600 – mit diesen Beschleunigerkarten ist fast alles möglich. Wir durften sogar einen Vorausblick auf die s.g. Gold 3 Version des Cores werfen, welche dann mit AGA-Chipsatz intergration aufwarten wird. Eine äußerst interessante Entwicklung für die Classic-Linie, die in Verbindung mit einer Weiterentwicklung des AmigaOS 3.1 noch einmal frischen Wind bringen könnte. Ein paar Platinen der kommenden Vampire V4 wurden ebenso ausgestellt und sollen noch 2017 an die ersten Händler ausgeliefert werden.

Jens Schönfeld von Individual Computers präsentierte neben einer Auswahl an bekannten Produkten auch eine neue Version des alt bekannten IDE Kontrollers Buddha Flash zum eigenen 20. Geburtstag. Daneben gesellte sich ein Commodore 64 Reloaded Mk2, eine überarbeitete und neu aufgelegte Hauptplatine für den Commodore 64.

Das MorphOS Team demonstrierte die aktuelle Version 3.10 ihres PowerPC-basierenden alternativen Amiga-Betriebsystems auf diversen alten PowerPC-Laptops von Apple sowie auf dem AmigaOne X5000. Dabei konnte man auch gleich ein Blick auf das neue Standard-Theme werfen, was zwar Geschmackssache sein wird, aber dennoch hübsch anzusehen war. Als kleines Highlight wurde MorphOS 3.10 auch auf einem Amiga 1200 und Amiga 4000 mit PowerPC-Erweiterungen gezeigt. Eine Veröffentlichung liegt aber noch in weiter Ferne. In der gleichen Tischreihe gesellte sich auch noch ACube Systems aus Italien und zeigte die bekannten Sam460 und Minimig Mainboards.

Einen besonderen Amiga 500 brachte John Hertell aus Schweden mit. Amy, so lautet der Arbeitstiel, basiert auf einem Amiga 500 Mainboard, wurde ins Mini-ITX Format gepresst und besitzt 2 Zorro-Steckplätze. Für diese Steckplätze wurden auch bereits 2 angepasste Erweiterungen entwickelt. Neben einer Grafikkarte auch eine Kombikarte mit Netzwerk und USB. Bislang kann das Mainboard nicht direkt erworben werden, aber hier sind hoffentlich noch nicht die letzten Würfel gefallen. Im weiteren Gepäck hatte John noch einen Nachbau der Commodore A3640-Turbokarte und eine erste Version seiner A3660-Karte mit einem 68060 Prozessor.

Die Macher der Amiga1200.net Kickstarter Kampagne zeigten eine Reihe an Amiga 1200 Gehäusen in unterschiedlichen Farben, von denen auch einige direkt gekauft werden konnten. Eine aktuelle Version der passenden Tasten zur Tastatur, die schon von vielen ungeduldig erwartet wird, wurde ebenso ausgestellt und werden hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres ausgeliefert.

Für Spielefans wurden auch zahlreiche neue Titel gezeigt und man durfte diese auch direkt anspielen. Darunter zeigte u.a. Daniel Müßener eine aktuelle Beta von Tower 57, eine Demo von Spencer, AlarCity wurde auf einem Amiga CD32 vorgestellt, Richard Löwenstein zeigte sein Reshoot R und Inviyya konnte in Augeschein genommen werden. Am Stand von Cinemaware konnte neben bekannten Neuauflagen zudem eine Vorabversion von Wings Remastered in einer Bigbox mitgenommen werden.

Mit Alinea, Amigakit und Amedia Computer waren auch einige bekannte Amiga Händler mit an Bord und brachten eine Auswahl ihres Sortiments mit. Am Stand der Amiga Future konnte man nicht nur die gleichlautende Zeitschrift und einige Utensilien erwerben, auch die Sonderausgabe der Amiga Joker war sehr gefragt und zwischenzeitlich sogar vergriffen bis Nachschub herangekarrt wurde. Ein Erfolg mit dem wohl niemand in der Form gerechnet hat. Vesalia war nicht mit einem eigenen Stand dabei, aber Herr Does lies es sich nicht nehmen vorbeizuschauen und wurde für seine langjährige Händlertätigkeit mit einem kleinen Geschenk überrascht, was ihm auf der Bühne übergeben wurde.

Wer sich neben dem Amiga auch noch für andere Retro-Computer interessiert, war am Stand der Return genau richtig aufgehoben. Dort konnte in die aktuelle Ausgabe gelesen und auch gleich mitgenommen werden. Factor5, die Macher von Turrican, Giana Sisters und so einigen anderen Titeln, waren wieder mit einem eingenen Stand vertreten und luden zum daddeln und quatschen ein. Daneben konnte noch das eine oder andere Goodie erworben werden. Wer seine alten Disketten gegen das Vergessen sichern möchte, konnte sich am Stand des Kryoflux schlau machen und auch gleich ein Exemplar erwerben.

Auf der großen Bühne sorgten Chris Hülsbeck, Blue Metal Rose und Mark Knight für die musikalische Unterhaltung. Die ehemaligen Commodore Entwickler Dave Hayne, Jeff Porter sowie Ron Nicholson plaudern aus den alten Tagen und zum 30. Geburtstag des Amiga 500 bekam Jeff Porter ein Nachbau eines Amiga 500 Mainboards überreicht. Daneben konnte noch der eine oder andere Vortrag aufmerksam verfolgt werden.

Der Amiga wäre heute nicht mehr da, wo er ist, wären da die ganzen treuen Nutzer nicht, die ihm mit viel Leidenschaft die Treue halten. Aus diesem Grund gab es auch einige, die ihre liebsten Kisten in unterschiedlichen Ausbaustufen zum Ausstellen mitgebracht haben. Angefangen vom Amiga 500 über Amiga 600 mit Vampire V2 Karte hin zum Amgia 4000 mit PowerPC-Erweiterungen. Der sicherlich schönste war ein umgebauter Amiga 2000 in schwarz-weißen Anstrich, der mit ganz viele Liebe restauriert und umgebaut wurde. Ein Augenschmaus auf ganzer Linie. Auch eine Seltenheit war ein Amiga CD32 mit passender originaler CD32 Tastatur.

Die Amiga 32 war eine ereignisreiche Veranstaltung, in der es viel zu sehen und zu hören gab. So konnten die Anwender dabei nicht nur mit Händlern und Entwicklern direkt in Kontakt treten sondern auch untereinander Erfahrungen austauschen. Bei Kaffee und Kuchen ließ sich das auch sehr harmonisch gestalten. Teilweise machten sich Erinnerungen an die guten alten Messen in Köln breit, auch wenn natürlich deren Dimensionen bei weitem nicht erreicht wurden. Den Abschluß bildete ein After Show Diner, bei dem man es sich noch einmal gut gehen lassen konnte. Es bleibt für die Zukunft zu hoffen, das diese Veranstaltung nicht die Letzte ihrer Art war.

Eine Antwort zu “Amiga 32 in Neuss”

  1. Mugg sagt:

    Sehr schön geschrieben. Mir hat die Amiga 32 ebenfalls sehr gut gefallen. Ich hoffe ebenfalls auf eine Neuauflage in Neuss ;-).

    Gruß,
    Mugg

Hinterlasse eine Antwort





Zur Werkzeugleiste springen